Geschichte des Musikbunker Aachen
Musikbunker Aachen Historie | Luftschutzbunker Goffartstrasse
Nach den ersten Luftangriffen auf das deutsche Reichsgebiet 1940
begannen die Planungen zu einem "Eilprogramm zum Schutz der
Zivilbevölkerung". Hierbei wurde Aachen unter die besonders gefährdeten
Städte eingestuft.
Am 15.01.1941 begannen bereits die Ausschachtungsarbeiten für die erste Luftschutzbunkergeneration : Goffart-, Kasino-,
Eupener-(zwischenzeitlich abgerissen), Kongreß-, Stolberger-(wurde nur
im EG fertig), Hein-Janssen-, Zeppelin-, Saar-, Süd-, Sandkaul-,
Rütscher-, Düppel- und Lütticher Straße. Dazu kamen die Tiefbunker
Monheims-, Ludwigsallee und Römerstraße.
Vom Bunker Goffartstraße (früher Frankenburg) existieren noch
Heizungspläne vom 04.07.1942. Die Fertigstellung erfolgte ca. zum
Jahresende 1942, die Nutzung begann jedoch schon früher. Die vorhandene
Straßenbahnlinie der Bismarckstraße wurde bis vor den Bunkereingang
verlängert.
Der Bunker hatte ein Fassungsvermögen von ca. 2000 Menschen.
Abmessungen des im Grundriss T-förmigen Gebäudes :
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Länge 76 Meter
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Breite 18 bzw. 36 Meter an der Kopfseite Goffartstraße
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Höhe 13 ,50 Meter über und 4,5 Meter unter Straßenniveau
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Wandstärke außen 2,80 Meter (Keller) bzw. 2,00 Meter ab Kellerdecke
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Deckenstärke im 2. OG 2,50 Meter, Kellersohlenstärke 1,40 Meter.
Der Bunker liegt im ehemaligen Sumpfgelände am Gillesbach.
Der Bach wurde unterhalb der Bunkersohle verrohrt.
Die Heizung / Lüftung des Gebäudes erfolgte über 3 Heizkessel mit
Koksfeuerung und Lüftungsturbine jeweils separat für EG, 1. und 2. OG.
Aus Angst vor Giftgaseinsätzen wurden die Bunker mit Überdruck
beheizt/belüftet, die Frischluft wurde durch die großen Zuluftschächte
unter dem Dach angesaugt. Die Abluft entwich durch die zahlreichen
Rohre in den einzelnen Räumen. Durch Schließen der Abluftklappen und
Öffnen bzw. Schließen bestimmter Luftschachttüren war auch ein Betrieb
im Umluftverfahren möglich. Hierbei wurde die Rückluft durch Filter
geleitet.
Ca. Ende 1943 / Anfang 1944 erhielt der Bunker einen Volltreffer durch
eine Luftmine ( 1000 kg) auf den Gebäudeteil Goffartstraße zur
Bahnlinie hin. Der Treffer hinterließ einen Trichter von ca. 0,90 m
Tiefe und 2,00 m Durchmesser. Der getroffene Gebäudeteil sackte
einseitig ca. 10 cm ab (zu sehen an der Dehnungsfuge zwischen den
Bauteilen). Nach offiziellen Angaben gab es keine Verletzten. Es gab
auch keine Betonabplatzungen an der Innenseite der Decke.
Am Sonntag, dem 10.09.1944 hielt der Reichsführer SS Heinrich Himmler
eine mit Durchhalteparolen gespickte Rede im Bunker vor ca. 2000
Besuchern; bereits am 30.09.1944 erreichten die vorrückenden Amerikaner
den Bereich der heutigen Oppenhoffallee / Augustastraße.
Am 16.10.1944 schlossen die Amerikaner an der Krefelder Straße oberhalb
des Wurmtals den Ring um Aachen. Am 21.10.1944 kapitulierten die Reste
der deutschen Wehrmacht vor dem Bunker Rütscherstraße.
Die Luftschutzbunker waren sofort nachdem die Amerikaner sie erreichten
geräumt worden, z.B. der Bunker Hein-Janssen-Straße wurde am 15.10.1944
um 13.30 Uhr besetzt und die Insassen bereits um 14.00 Uhr in Richtung
Brand in Marsch gesetzt. (als Auffang- und Internierungslager diente
die kaum zerstörte Lützow-Kaserne).
Anschließend wurden die Bunker als Notunterkunft und Wohnheime für die
zurückkehrende Bevölkerung genutzt. Der Bunker Goffartstraße war bis
mindestens 1956 in dieser Form in Betrieb. Das Gebäude stand dann leer,
wurde teils als Möbellager und Lager für Museumsexponate genutzt, bis
1975 die IGS Aachen als erster Mieter im 1. OG einzog.
Im Jahre 1987 erfolgte unter städtischer Federführung der Umbau zum Musikbunker.
Zusammengestellt von W. Lothmann
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